Aris Advertising

Fallbeispiel · Social Recruiting

9 Bewerbungen.
Stelle besetzt.

Die Stelle bei Reinisch+Halpape in Göttingen war seit über einem Jahr offen. Eine regionale Social-Recruiting-Kampagne erreichte wechselbereite Fachkräfte außerhalb klassischer Stellenportale.

Stellenportale und Zeitungsinserate hatten keine passenden Bewerber gebracht. Der Betrieb brauchte deshalb keinen weiteren Eintrag im gleichen Kanal, sondern einen anderen Zugang zu Fachkräften: sichtbar werden, bevor jemand aktiv nach einer neuen Stelle sucht.

Die Ausgangslage

Mehr als ein Jahr war die Position unbesetzt. Die üblichen Maßnahmen hatten nicht funktioniert und der Inhaber hatte die Besetzung beinahe abgeschrieben. Das Problem lag nicht daran, dass es grundsätzlich keine passenden Fachkräfte gab. Viele von ihnen waren bereits beschäftigt und suchten nicht aktiv auf Jobbörsen.

Genau diese Personen lassen sich über soziale Netzwerke erreichen. Sie sehen ein Angebot im Alltag, können es ohne lange Vorbereitung prüfen und müssen nicht zuerst einen Lebenslauf aktualisieren. Damit wird die Hürde für einen unverbindlichen Erstkontakt deutlich kleiner.

Die Kampagne

Aris Advertising entwickelte eine regional ausgerichtete Kampagne auf Meta. Die Kommunikation nannte konkrete Bedingungen statt allgemeiner Arbeitgeberfloskeln: Lohn, Firmenwagen und feste Arbeitszeiten machten direkt sichtbar, was die Stelle bot. Das half Interessenten bei der Einordnung und filterte zugleich Personen aus, für die die Rahmenbedingungen nicht passten.

Hinter der Anzeige lag eine kurze Bewerbungsstrecke ohne Lebenslauf-Zwang. Abgefragt wurden nur die Angaben, die für eine erste Einschätzung wichtig waren, darunter Qualifikation, Führerschein, Verfügbarkeit und Wohnort. Erst danach gingen die Kontaktdaten an den Betrieb.

Das Ergebnis: 9 qualifizierte Bewerbungen innerhalb von vier Wochen.

Die offene Stelle wurde anschließend besetzt.

Warum die niedrige Einstiegshürde zählt

Eine beschäftigte Fachkraft beginnt selten mit einem vollständigen Bewerbungsprozess. Sie will zunächst wissen, ob ein Wechsel überhaupt interessant wäre. Eine kurze mobile Strecke passt zu dieser Situation besser als ein langes Formular mit Anschreiben und Dokumentenupload.

Niedrige Hürde bedeutet dabei nicht fehlende Qualifikation. Die relevanten Fragen stehen vor der Kontaktweitergabe. So kann der Betrieb schnell reagieren, ohne jeden Klick als Bewerbung behandeln zu müssen.

Was andere Handwerksbetriebe daraus lernen können

  • Erreichen Sie auch Fachkräfte, die nicht aktiv suchen.
  • Nennen Sie konkrete Arbeitsbedingungen statt austauschbarer Versprechen.
  • Reduzieren Sie den Erstkontakt auf wenige relevante Fragen.
  • Reagieren Sie schnell, solange das Interesse aktuell ist.

Die neun Bewerbungen sind das dokumentierte Ergebnis dieses Projekts. Andere Berufe und Regionen können anders reagieren. Vor dem Kampagnenstart werden deshalb Stelle, Einzugsgebiet, Rahmenbedingungen und erreichbare Zielgruppe realistisch geprüft.

Der Ablauf hinter den Bewerbungen

Die Anzeige war der Einstieg, nicht der gesamte Recruitingprozess. Nach dem Klick konnten Interessierte die wichtigsten Bedingungen prüfen und wenige relevante Fragen beantworten. Der Betrieb erhielt dadurch mehr Kontext als bei einer formlosen Nachricht, ohne von einer beschäftigten Fachkraft sofort vollständige Bewerbungsunterlagen zu verlangen.

Die regionale Ausrichtung war ebenfalls entscheidend. Eine große Reichweite außerhalb eines realistischen Pendelgebiets hätte die sichtbaren Zahlen erhöht, aber kaum passende Gespräche erzeugt. Der Kampagnenraum wurde deshalb an Arbeitsplatz und erreichbare Zielgruppe gebunden.

Was sich nicht automatisieren lässt

Die persönliche Rückmeldung des Betriebs bleibt ausschlaggebend. Qualifizierungsfragen können vorsortieren, aber kein Kennenlernen ersetzen. Das dokumentierte Ergebnis umfasst neun qualifizierte Bewerbungen und die anschließende Besetzung; eine konkrete Einstellungsentscheidung trifft immer das Unternehmen.

Marvin Oetzel
Marvin Oetzel

Inhaber von Aris Advertising und Ansprechpartner für Social Recruiting.

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