Aris Advertising

Ratgeber · Social Recruiting

Was kostet Social Recruiting
im Handwerk?

Eine belastbare Kalkulation trennt Werbebudget, Kampagnenarbeit, Bewerberstrecke und die Zeit im eigenen Betrieb. Erst dann lässt sich beurteilen, ob Recruiting wirtschaftlich funktioniert.

Für Social Recruiting gibt es keinen universellen Klick- oder Bewerberpreis. Branche, Region, gesuchte Qualifikation, Arbeitgeberangebot und Anzeigenmotiv verändern das Ergebnis. Ein seriöses Angebot sollte deshalb nicht nur eine Zahl nennen, sondern erklären, welche Kosten enthalten sind und woran Erfolg gemessen wird.

Kurzantwort: Das Gesamtbudget besteht typischerweise aus vier Teilen: Werbebudget für die Plattform, Erstellung und Betreuung der Kampagne, Bewerberstrecke sowie interner Bearbeitungszeit. Aris Advertising nennt dafür keine starre Pauschale, sondern grenzt den Bedarf vor einem individuellen Angebot ab.

1. Werbebudget für Meta

Das Werbebudget geht direkt an die Plattform. Meta erklärt selbst, dass es keinen allgemeingültigen Preis für Anzeigen gibt. Kosten hängen unter anderem von Ziel, Budget, Zielgruppe und Gestaltung ab. Für Lern- und Optimierungsphasen empfiehlt Meta, ausreichend Budget über mindestens sieben Tage einzuplanen. Quelle: Meta: Preise und Budgets für Anzeigen.

Eine reine Beispielrechnung: Bei 40 Euro Tagesbudget und 30 Tagen fließen 1.200 Euro an Meta. Das ist keine Empfehlung für jeden Betrieb. In einer dünn besiedelten Region, bei einer seltenen Qualifikation oder mehreren offenen Stellen kann ein anderer Test sinnvoll sein.

2. Kampagne und Anzeigen

Vor dem Start müssen Stelle, Region und Arbeitgeberangebot verstanden werden. Danach entstehen Botschaft, Texte, Motive oder Videos, Zielgruppeneinstellungen und mehrere Anzeigenvarianten. Während der Laufzeit werden Auslieferung und Ergebnisse geprüft und schwache Varianten ersetzt.

Eine günstige Kampagne mit nur einem Motiv ist nicht automatisch wirtschaftlich. Wenn dieses Motiv die falschen Personen anspricht, wird zwar Budget ausgegeben, aber es entstehen keine passenden Gespräche. Vergleichbare Angebote sollten deshalb ausweisen, wie viele Varianten, Korrekturen und Auswertungen enthalten sind.

3. Bewerberstrecke

Wer eine Anzeige antippt, sollte nicht auf einer allgemeinen Startseite landen. Eine kurze mobile Bewerberstrecke erklärt die Stelle und fragt nur Informationen ab, die für den Erstkontakt notwendig sind. Lange Formulare, Lebenslaufpflicht und ein schlecht lesbares Karriereportal erhöhen die Abbruchrate.

Je nach Ausgangslage kann eine bestehende Karriereseite genutzt, eine eigene Landingpage ergänzt oder ein kurzer Fragenablauf gebaut werden. Diese Umsetzung ist ein eigener Kostenblock, verbessert aber auch die Messbarkeit: Der Betrieb sieht nicht nur Klicks, sondern begonnene und abgeschlossene Anfragen.

4. Interne Bearbeitung

Auch gute Bewerber werden kalt, wenn erst Tage später eine Antwort kommt. Verantwortlichkeit, Rückrufzeit und Gesprächsleitfaden sollten deshalb vor Kampagnenstart feststehen. Kalkulieren Sie die Zeit für Erstkontakt, kurze Qualifizierung, Gespräche und Rückmeldungen mit ein.

Diese internen Kosten stehen selten auf der Agenturrechnung, beeinflussen das Ergebnis aber stark. Social Recruiting kann Aufmerksamkeit erzeugen und Hürden senken. Die Einstellung entsteht erst durch einen verlässlichen Auswahlprozess im Unternehmen.

Welche Kennzahl wirklich zählt

Ein niedriger Preis pro Bewerbung klingt gut, kann aber täuschen. Wichtiger ist die Kette aus qualifizierten Kontakten, geführten Gesprächen und Einstellungen. Dafür sollten mindestens diese Zahlen dokumentiert werden:

  • ausgegebenes Werbebudget,
  • vollständige Bewerbungen oder Kontaktanfragen,
  • telefonisch erreichte und grundsätzlich passende Personen,
  • geführte Vorstellungsgespräche,
  • Einstellungen und Kosten pro Einstellung.

Ist eine Stelle besetzt, lässt sich das Gesamtbudget zudem mit den Kosten längerer Unterbesetzung vergleichen: Überstunden, entgangene Aufträge und Belastung des bestehenden Teams.

Beispiel aus der Praxis

Für Reinisch & Halpape in Göttingen entstanden innerhalb von vier Wochen neun Bewerbungen; die Position wurde besetzt. Das Ergebnis zeigt, was mit einer passenden Kampagne möglich ist. Es ist keine Garantie für andere Berufe oder Regionen.

Was in einem Angebot stehen sollte

  1. Werbebudget und Agenturleistung sind getrennt ausgewiesen.
  2. Gesuchte Stelle und Kampagnenregion sind eindeutig benannt.
  3. Anzahl und Art der Anzeigenmotive sind beschrieben.
  4. Bewerberstrecke und technische Einrichtung sind enthalten oder separat markiert.
  5. Laufzeit, Optimierung und Berichterstattung sind festgelegt.
  6. Es steht fest, wer neue Kontakte wie schnell bearbeitet.

Ein Rechenmodell für den eigenen Betrieb

Trennen Sie für die Kalkulation fünf Blöcke: Plattformbudget, Entwicklung der Anzeigen, Bewerberstrecke, laufende Betreuung und interne Bearbeitung. Nur das Werbebudget zu betrachten unterschätzt den Aufwand. Umgekehrt ist ein teurer Kontakt nicht automatisch schlecht, wenn daraus ein passendes Gespräch oder eine Besetzung entsteht.

Ein hypothetisches Beispiel: Eine Kampagne kostet insgesamt 3.000 Euro und erzeugt zwölf Erstkontakte. Acht Personen sind erreichbar, vier erfüllen die Mindestkriterien und zwei führen ein Gespräch. Die Kosten pro Kontakt liegen dann bei 250 Euro, pro qualifiziertem Kontakt bei 750 Euro und pro Gespräch bei 1.500 Euro. Ob das wirtschaftlich ist, hängt davon ab, welchen Wert die Besetzung für den Betrieb hat. Diese Zahlen erklären nur den Rechenweg und sind keine Prognose.

Wann mehr Budget das Problem nicht löst

Fehlen konkrete Vorteile, ist das Einsatzgebiet unklar oder meldet sich der Betrieb erst Tage später, vergrößert zusätzliches Budget vor allem den Streuverlust. Auch ein sehr kleiner Suchradius kann die Zielgruppe so stark begrenzen, dass kaum belastbare Daten entstehen. Dann sollte nicht wahllos überregional geworben werden: Zuerst ist zu prüfen, wie weit Beschäftigte realistisch pendeln und ob Einsatzort, Arbeitszeit oder Firmenwagen den Radius verändern.

Vor dem Start intern klären

  • Wer ruft neue Kontakte an und in welchem Zeitraum?
  • Welche Qualifikationen sind zwingend, welche erlernbar?
  • Welche Arbeitsbedingungen dürfen konkret genannt werden?
  • Wie werden Kontakte, Gespräche und Einstellungen dokumentiert?

Diese Vorbereitung schützt vor einer Kampagne, die zwar Bewerbungen liefert, aber im Betrieb keine klare Bearbeitung auslöst.

Welche Laufzeit eine faire Bewertung braucht

Eine einzelne Woche kann durch Wochentage, Urlaubszeiten oder geringe regionale Reichweite verzerrt sein. Legen Sie deshalb vor dem Start fest, wann nur kontrolliert und wann wirklich entschieden wird. In der Lernphase sollten Motive und Formular nicht täglich gleichzeitig verändert werden. Sonst bleibt unklar, welche Anpassung die Qualität verbessert oder verschlechtert hat.

Für die Auswertung zählt nicht nur die Gesamtzahl. Ordnen Sie Kontakte nach erreichbar, grundsätzlich passend, eingeladen und eingestellt. Notieren Sie außerdem, warum Personen ausscheiden. Wiederholen sich dieselben Gründe, liefert das Hinweise für Anzeige und Qualifizierung. So entsteht aus einem Test Wissen für die nächste Stelle — auch wenn nicht jede Kampagne sofort zu einer Einstellung führt.

Direkte und indirekte Kosten

Zu den direkten Kosten gehören Werbebudget und externe Kampagnenleistung. Indirekt entstehen Zeitaufwand für Rückrufe, Gespräche, Abstimmungen und Einarbeitung. Diese Zeit sollte nicht gegen die Kampagne gerechnet werden, als wäre sie vermeidbar: Auch Bewerbungen aus einem Portal müssen geprüft werden. Der faire Vergleich fragt daher, wie viel Aufwand pro passendem Gespräch entsteht.

Berücksichtigen Sie auch die Kosten einer weiterhin unbesetzten Stelle. Überstunden, abgelehnte Aufträge oder die Belastung des Teams können wirtschaftlich wichtiger sein als ein möglichst niedriger Preis pro Bewerbung. Die passende Kalkulation verbindet deshalb Marketingzahlen mit den tatsächlichen Folgen im Betrieb.

Für einen belastbaren Vergleich sollten alle Werte auf denselben Zeitraum und dieselbe Stelle bezogen werden. Unterschiedliche Berufe oder Regionen dürfen nicht ungeprüft zusammengefasst werden.

Wie Aris Advertising kalkuliert

Im kostenlosen 20-minütigen Erstgespräch besprechen wir offenen Bedarf, bisherigen Recruitingweg, Region, Arbeitgeberangebot und vorhandene Inhalte. Danach erhalten Sie ein individuelles Angebot mit getrenntem Werbebudget und klar beschriebenem Leistungsumfang.

Marvin Oetzel
Marvin Oetzel

Inhaber von Aris Advertising. Entwickelt Websites und digitale Anfragestrecken für Handwerksbetriebe und Immobilienunternehmen.

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